Trocknung

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Absolut trockene Teile sind in modernen Fertigungsprozessen ein Muss. Denn bei wässrigen Medien kann bereits minimale Restfeuchte Korrosionsschäden am fertigen Produkt und dadurch hohe Folgekosten verursachen. Auch für nachfolgende Bearbeitungsschritte, wie Beschichten, Verkleben oder Laserschweißen, ist eine restlos trockene Oberfläche Voraussetzung für dauerhaft einwandfreie Verbindungen. Nicht vollständig aufgetrocknete Lösemittel können Ursache für einen Lösemittelfilm auf der Bauteiloberfl äche sein, der zu Zersetzungsprodukten am Werkstück führt. Außerdem können nachfolgende Prozesse beeinträchtigt werden. Das Spektrum dabei reicht von nicht haftenden Klebe- und Schweißverbindungen über Veränderungen der Teileoberfläche bis hin zu Bränden und Explosionen durch brennbare Kohlenwasserstoffe.

Neben qualitativen Gesichtspunkten hat die Trocknung bei der Lösemittelreinigung auch unter Umweltaspekten eine große Bedeutung. So muss sichergestellt sein, dass die Lösemittel im Trocknungsprozess restlos von den Teilen entfernt werden und nicht mit ihnen in die Umwelt gelangen.

Für die Bauteiltrocknung stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Entscheidend bei der Auswahl sind neben dem verwendeten Reinigungsmedium die Geometrie und Materialbeschaffenheit der Werkstücke. Einfachste Variante bei der wässrigen Reinigung ist die Konvektionstrocknung. Sie nutzt die Eigenwärme der durch den Waschprozess auf 70 bis 80 Grad Celsius erwärmten Teile.


Inhaltsverzeichnis

Umlufttrocknung mit Heißluft

Bei der Umlufttrocknung mit Heißluft wird das Wasser mit einem regelbaren heißen Luftstrom mit hoher Luftleistung verdampft. Dabei gilt üblicherweise: Werden für die vollständige Trocknung der Teile mehr als drei Minuten benötigt, ist das vorhandene Wasservolumen meist zu groß. Es entsteht, wenn Teile z. B. als Schüttgüter gereinigt werden oder eine feine Struktur die Oberfläche vergrößert.


Vakuumtrocknung

Eine effektive und schnelle Trocknung von Teilen mit komplizierter Geometrie gewährleistet die Vakuumtrocknung, die sowohl bei der wässrigen als auch der Lösemittelreinigung eingesetzt wird. Die Siedetemperatur der auf den Teilen befi ndlichen Flüssigkeit sinkt mit fallendem Druck, so dass sie bereits bei niedrigen Temperaturen restlos verdampft. Flüssigkeit, die sich in Sacklochbohrungen oder tiefer liegenden Schichten von Wicklungen befindet, wird durch den Unterdruck ebenfalls herausgesogen und verdampft.


Aufgabe

Trocknen von gereinigten Bauteilen, ohne dabei das Reinigungsgut zu beschädigen (z. B. durch thermische Einwirkungen)


Ziele / Anforderungen

  • Vollständige Trocknung
  • Energiesparend
  • Rückgewinnung des abgedampften Reinigungsmediums
  • Durchsatzanforderungen


Verfahren

  • Abblasen mit Druckluft (Trocknen durch Eigenwärme)
  • Vakuumtrocknung
  • Heißlufttrocknung
  • Niedertemperaturtrocknung


Einflussfaktoren

  • Bauteil (Material, Temperaturbeständigkeit, Geometrie)
  • Aufzutrocknender Flüssigkeitsfilm (i. d. R. Reinigungsmedium aus vorangehendem Prozessschritt)


Qualitätssicherung

  • Überwachung anlagenspezifischer Prozessparameter (Druck, Temperatur, Zeit)
  • Indirekt durch Prüfung des resultierenden Bauteilzustandes


Sonstige Anmerkungen

Trocknungseinrichtungen sind oftmals (bei Lösemittelanlagen immer) in die Reinigungsanlage integriert, bei wässrigen Reinigungsanlagen z. T. aber auch nachgeschaltet.

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